Was kostet eine Webseite für ein lokales Geschäft? (2026)
Realistische Preise, was wirklich enthalten sein sollte, wo Billig-Angebote scheitern – und eine kompakte Checkliste für deine Anfrage.
Norbert Sommer
25. April 20267 Min. Lesezeit
„Was kostet so eine Webseite eigentlich?" – das ist die Frage, die ich am häufigsten höre, bevor jemand seriöse Angebote überhaupt vergleichen kann. Die ehrliche Antwort: es kommt darauf an. Was sich aber sehr wohl sagen lässt, sind realistische Bandbreiten – und woran du erkennst, ob ein Preis fair ist oder am Ende doch teuer wird.
In diesem Beitrag bekommst du die Preise, die ich 2026 in meinem Heidelberger Umfeld als Webentwickler beobachte – speziell für lokale Geschäfte: Friseur, Café, Handwerker, Kanzlei, Praxis. Und du erfährst, wo Billig-Angebote regelmäßig scheitern und welche Punkte deine Anfrage konkret enthalten sollte.
Drei Preis-Stufen, die im Markt wirklich existieren
Wenn du Angebote einholst, wirst du im Wesentlichen auf drei Klassen treffen. Die Übergänge sind fließend, aber die Größenordnungen stimmen so für die meisten Anbieter im deutschsprachigen Raum.
Klasse 1 · Baukasten
0 € + 10–25 €/Monat
Passt für: Reine Visitenkarten ohne Anspruch an Tempo, Design oder lokale Sichtbarkeit
Wix, Jimdo, IONOS Mein Business, GoDaddy. Du bekommst einen Editor, klickst dir eine Vorlage zusammen, lädst Texte und Bilder hoch. Hosting und SSL sind im Monatspreis enthalten.
Wo es kippt: Sobald du etwas Spezielles brauchst (Buchungssystem, eigenes Layout, mehrsprachig, schnellere Ladezeit), läufst du gegen die Wand der „so geht's halt nicht". Performance ist meist mittelmäßig, der Mobile-Look generisch, und die SEO-Möglichkeiten sind begrenzt.
Klasse 2 · Festpreis vom freien Entwickler
400–1.500 €
Passt für: Lokale Geschäfte, die professionell auftreten und in Google sichtbar werden wollen
Hier liegt das, was ich selbst anbiete – und was 90 % der lokalen Geschäfte tatsächlich brauchen. Eine maßgeschneiderte Webseite, die zur Marke passt, schnell lädt, sauber auf dem Handy aussieht und auf Google für lokale Suchen sichtbar ist.
Was meist enthalten ist:
- 1 bis 5 Seiten (Startseite + ggf. Leistungen, Über uns, Galerie, Kontakt)
- Mobile-optimiertes Design, Festpreis ohne Stundensatz-Roulette
- DSGVO-konforme Umsetzung inkl. Cookie-Banner und Datenschutzerklärung
- SSL-Zertifikat, schnelles Hosting auf modernen Plattformen (Vercel, Netlify)
- Lokales SEO-Setup: Google Business Profile, Schema.org-Daten, Sitemap
- Kontaktformular oder Buchungslink
- 6 Monate Basic-Wartung inklusive
Was extra kostet:
- Texte schreiben, wenn du sie nicht selbst lieferst (300–800 €)
- Eigene Fotos vom Fotografen (vor Ort halber bis ganzer Tag)
- Anbindung an Buchungssoftware, Kassensystem oder Online-Shop
- Mehrsprachigkeit
- Logo-Design, falls noch keins existiert (300–800 €)
Klasse 3 · Klassische Agentur
3.000–15.000 €
Passt für: Größere Betriebe mit komplexen Workflows oder mehreren Standorten
Hier bezahlst du nicht die Webseite, sondern den gesamten Apparat: Projektmanagement, Designer, Entwickler, Texter, QA, Account-Management. Für ein Bistro mit drei Mitarbeitern ist das wirtschaftlich praktisch nie sinnvoll. Für eine 30-Mann-Praxis mit komplexem Termin- und Patienten-Workflow kann es passen.
Was Billig-Angebote regelmäßig nicht liefern
Wenn du irgendwo „Webseite ab 99 €" liest, lies das Kleingedruckte. Diese fünf Punkte fehlen fast immer:
- Eigentum an der Domain. Bei manchen Billig-Anbietern bleibst du Mieter deiner eigenen Internetadresse. Beim Wechsel zum nächsten Anbieter kostet das Theater.
- Quellcode oder Zugang. Du bekommst eine fertige Seite, aber keine Möglichkeit, sie woanders zu hosten. Das ist eine Falle.
- Performance-Optimierung. Eine Seite, die in 4 Sekunden lädt, verliert auf dem Handy spürbar Besucher. Lighthouse-Score sollte bei 85 + auf Mobile sein.
- Lokales SEO. Ohne Schema.org-Daten und Google-Business-Verknüpfung tauchst du in der Karten-Suche („Friseur in meiner Nähe") nicht auf, egal wie schön die Seite ist.
- DSGVO-konformes Setup. Cookie-Banner mit drei Kategorien, Datenschutzerklärung mit allen tatsächlich genutzten Diensten, Impressum nach § 5 TMG. Hier kommt seit 2024 zunehmend auch Abmahn-Druck.
Faustregel: Wenn der Anbieter dir nach drei Mails nicht eine klare Liste schicken kann, was alles enthalten ist – Finger weg.
Was du in deiner Anfrage liefern solltest
Wenn du gleich strukturiert anfragst, sparst du dir mehrere E-Mail-Wechsel. Ich bekomme oft Anfragen mit „Was kostet eine Webseite?" – und kann dann nichts Konkretes anbieten. Was hilft:
- Geschäftsname, Adresse, Branche. Mit Adresse weiß ich, ob du in der Region bist – das macht für Termine und persönliche Treffen einen Unterschied.
- Was du anbietest. Drei Zeilen reichen: „Friseursalon in der Altstadt mit fünf Stylistinnen, Schwerpunkt Haarverlängerung."
- Was die Webseite leisten soll. Information? Termine entgegennehmen? Online verkaufen? Bewertungen sammeln? Suche dir die zwei wichtigsten Ziele aus.
- Beispiele, die dir gefallen. Drei Webseiten reichen, gerne aus deiner Branche oder einem ganz anderen Feld – Hauptsache du kannst zeigen „so eine Anmutung möchte ich haben".
- Dein Zeitrahmen. „Nächsten Monat" oder „im Sommer" macht einen Unterschied beim Tempo, das ich einplanen muss.
- Dein Budget-Rahmen. Auch wenn das viele schwer beantworten – eine grobe Spanne („zwischen 500 und 1.000 €") spart beiden Seiten Zeit.
Was bei mir der Festpreis enthält
Damit du eine Vergleichsbasis hast: Bei seivio startet die Festpreis-Webseite ab 400 €. Das beinhaltet:
- Eine vollständig eingerichtete Startseite, die zu deiner Marke passt
- Logo-Einbindung, Kontaktformular, Google Maps, Öffnungszeiten
- Mobile-Optimierung, schnelles Hosting auf Vercel inklusive SSL
- DSGVO-konformes Cookie-Banner mit drei Kategorien
- Google-Business-Profile-Anbindung und Schema.org-Strukturierung
- 6 Monate Basic-Wartung mit Sicherheitsupdates und Hosting
Wenn du mehr Seiten brauchst – Über-uns, Team, Galerie, Leistungsdetails – sind wir bei der Business-Variante ab 800 €. Mit Buchungssystem, Online-Shop oder Mehrsprachigkeit dann individuell ab 1.250 €.
Mini-Checkliste für deine Anfrage
Bevor du irgendwo eine Anfrage rausschickst, beantworte diese fünf Fragen:
- Kenne ich meine wichtigsten zwei Ziele für die Webseite?
- Habe ich drei Beispielseiten, die mir gefallen?
- Habe ich grob im Kopf, was mein Budget-Rahmen ist?
- Liegen Logo, Texte, Fotos vor – oder muss das mit angeboten werden?
- Brauche ich die Seite live in 4 Wochen oder dürfen es auch 8 Wochen sein?
Wenn du diese fünf Punkte beantworten kannst, ist deine Anfrage sofort verwertbar. Und du bekommst Angebote, die du auch wirklich vergleichen kannst – statt fünf unterschiedlich strukturierter Vorschläge, bei denen du gar nicht weißt, was eigentlich drin ist.
Hast du eine Frage zu deinem konkreten Fall? Schreib mir kurz – ich melde mich am selben oder nächsten Werktag und sage dir ehrlich, ob seivio für dich passt oder nicht.