Google Business Profile einrichten: Schritt für Schritt für lokale Geschäfte
So richtest du dein Google Business Profile richtig ein – mit allen Feldern, die wirklich zählen, und ohne unnötigen Aufwand.
Norbert Sommer
08. Mai 20267 Min. Lesezeit
Wenn jemand in Heidelberg nach „Friseur Handschuhsheim" oder „Bäckerei Altstadt" sucht, entscheidet Google in den ersten drei Sekunden, wen es zeigt. Das Google Business Profile – früher Google My Business – ist dabei wichtiger als deine Webseite. Und trotzdem ist jedes zweite Profil, das ich sehe, halb ausgefüllt oder seit zwei Jahren nicht angefasst worden.
Warum das Google Business Profile so wichtig ist
Google zeigt lokale Geschäfte in drei Formaten: der Kartenansicht, dem sogenannten „Local Pack" (die drei Einträge direkt unter der Suche) und in der Knowledge-Panel-Seitenleiste. Wer dort auftaucht, bekommt Klicks. Wer dort nicht auftaucht, existiert für viele Suchende schlicht nicht.
Das klingt dramatisch, ist aber Alltag. Ein Café in der Bahnstadt ohne Google-Profil verliert täglich Laufkundschaft an das Café drei Straßen weiter – obwohl das Essen besser ist, die Preise günstiger und das Interieur schöner. Nicht weil Google ungerecht ist, sondern weil Google das Profil schlicht nicht kennt.
Das Gute: Du musst kein SEO-Experte sein, um ein gutes Profil aufzubauen. Was zählt, ist Vollständigkeit, Aktualität und ein bisschen Konsequenz.
Schritt 1: Profil anlegen oder beanspruchen
Gehe auf business.google.com und melde dich mit einem Google-Konto an. Suche zuerst nach deinem Geschäftsnamen – es ist möglich, dass Google bereits ein automatisch generiertes Profil für dich erstellt hat.
Wenn ein Profil existiert: „Dieses Unternehmen beanspruchen" wählen. Google schickt dir dann einen Bestätigungscode – per Postkarte (5–10 Werktage), per Telefon oder per E-Mail, je nach Geschäftstyp.
Wenn kein Profil existiert: Neues Profil anlegen, Geschäftsname eingeben, Kategorie wählen, Adresse oder Servicegebiet eintragen.
Faustregel: Nutze deinen tatsächlichen Geschäftsnamen – keine Keywords im Namen ergänzen. „Friseur Heidelberg Schnitt & Stil" verstößt gegen Googles Richtlinien und kann zur Sperrung führen.
Schritt 2: Die wichtigsten Felder im Überblick
Viele Felder sind optional. Aber „optional" heißt nicht „unwichtig". Je mehr du ausfüllst, desto mehr Vertrauen signalisierst du Google – und deinen potenziellen Kunden.
| Feld | Pflicht? | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Geschäftsname | ✅ | Muss exakt mit deinem echten Namen übereinstimmen |
| Hauptkategorie | ✅ | Entscheidet, bei welchen Suchanfragen du erscheinst |
| Adresse / Servicegebiet | ✅ | Grundlage für lokale Sichtbarkeit |
| Öffnungszeiten | ✅ | Fehlt bei 40 % der Profile – ein klarer Nachteil |
| Telefonnummer | Empfohlen | Direkte Kontaktmöglichkeit, erhöht Klickrate |
| Webseite | Empfohlen | Vertrauen, mehr Infos, Google wertet Konsistenz |
| Kurzbeschreibung | Empfohlen | 750 Zeichen – nutze sie vollständig |
| Fotos | Empfohlen | Profile mit Fotos erhalten 42 % mehr Routen-Klicks |
| Zusatzkategorien | Optional | Erweitern deine Sichtbarkeit auf verwandte Suchen |
| Produkte / Dienstleistungen | Optional | Sehr nützlich für Handwerker und Dienstleister |
| FAQ / Fragen & Antworten | Optional | Du kannst eigene Fragen selbst stellen und beantworten |
Schritt 3: Die Kategorie – die wichtigste Entscheidung im gesamten Profil
Die Hauptkategorie bestimmt, für welche Suchanfragen Google dich überhaupt in Betracht zieht. Hier schlagen viele Geschäfte das erste Mal daneben.
Beispiele für häufige Fehler:
- Ein Tattoostudio wählt „Schönheitssalon" statt „Tätowierer"
- Ein Physiotherapeut wählt „Gesundheitsdienstleistung" statt „Physiotherapeut"
- Ein Elektroinstallateur wählt „Handwerker" statt „Elektriker"
Nimm dir 10 Minuten und durchsuche alle verfügbaren Kategorien. Google bietet über 4.000 davon – es gibt fast immer eine spezifischere Option als die naheliegende.
Zusatzkategorien ergänzen deine Hauptkategorie. Ein Friseursalon in Neuenheim könnte als Hauptkategorie „Friseursalon" wählen und als Zusatz „Barber-Shop" und „Kosmetikstudio", wenn diese Leistungen ebenfalls angeboten werden.
Schritt 4: Fotos – mehr als ein nettes Beiwerk
Fotos sind kein Luxus. Profile mit Fotos erhalten laut Google 42 % mehr Anfragen nach Wegbeschreibungen und 35 % mehr Klicks auf die Webseite als Profile ohne Bilder.
Was du hochladen solltest:
- Außenansicht (mind. 1–2 Fotos, bei Tageslicht) – damit Kunden dich auch finden, wenn sie zum ersten Mal kommen
- Innenansicht (1–3 Fotos) – schafft Vertrautheit, senkt die Hemmschwelle
- Team-Foto (optional, aber wirkungsvoll) – Menschen kaufen von Menschen
- Produkte oder Arbeitsergebnisse – Handwerker: Vorher-Nachher, Friseure: Haarschnitte, Cafés: Speisen
Technische Mindestanforderungen: JPG oder PNG, mindestens 720 × 720 Pixel, maximal 75 MB. Hochauflösende Handyfotos erfüllen das problemlos.
Faustregel: Mindestens 10 Fotos beim Start, danach 1–2 neue Fotos pro Monat. Google bewertet aktive Profile besser als ruhende.
Schritt 5: Öffnungszeiten korrekt eintragen – und aktuell halten
Klingt trivial, ist es aber nicht. Falsche Öffnungszeiten sind einer der häufigsten Gründe, warum Kunden nach einem Besuch eine schlechte Bewertung hinterlassen. „Ich bin extra hingefahren, aber der Laden war zu" – das liest man auf Google regelmäßig.
Trage deine regulären Öffnungszeiten ein. Nutze zusätzlich die Funktion „Besondere Öffnungszeiten" für Feiertage, Betriebsferien und besondere Anlässe. Diese Funktion wird von den meisten Geschäften konsequent ignoriert – dabei ist sie genau das, was Kunden im Urlaub oder vor dem Nikolaustag nachschlagen.
Schritt 6: Die Kurzbeschreibung schreiben
750 Zeichen – nutze sie. Nicht mit Schlüsselwörtern vollstopfen, sondern klar beschreiben, was du anbietest, für wen und wo.
Ein Beispiel für einen Elektriker aus dem Bergheimer Viertel:
„Seit 2008 erledigen wir Elektroinstallationen, Reparaturen und Smart-Home-Nachrüstungen in Heidelberg und Umgebung. Kein Call-Center, kein Subunternehmer – du hast immer direkten Kontakt zu uns. Terminanfragen beantworten wir innerhalb von 24 Stunden."
Das ist spezifisch, ehrlich und gibt dem Leser sofort ein Gefühl, ob du der Richtige bist.
Schritt 7: Beiträge und Angebote nutzen
Google Business Profile erlaubt es, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen – ähnlich wie ein Social-Media-Post, aber direkt in der Suchergebnisseite sichtbar. Diese Beiträge verschwinden nach 7 Tagen wieder, bleiben aber sichtbar, wenn jemand gezielt auf dein Profil klickt.
Was funktioniert:
- Aktuelle Angebote oder saisonale Aktionen
- Hinweise auf Veranstaltungen (Heidelberger Weihnachtsmarkt-Sonderöffnungszeiten, neue Speisekarte)
- Kurze Neuigkeiten aus dem Betrieb
Was nicht funktioniert: Copy-Paste aus dem Newsletter, zu langer Text, kein klarer Handlungsaufruf.
Was nach der Einrichtung passiert
Das Profil ist kein einmaliges Projekt. Es ist ein Kanal, den du pflegen musst – ähnlich wie deine Webseite.
Die drei wichtigsten laufenden Aufgaben:
- Bewertungen beantworten – jede, auch die positiven. Google wertet das als Aktivität. Und Kunden lesen die Antworten.
- Öffnungszeiten aktualisieren – besonders vor Feiertagen und Betriebsferien.
- Fotos ergänzen – einmal im Monat ein neues Foto reicht aus.
Ob du für dein Geschäft allein das Google-Profil brauchst oder zusätzlich eine eigene Webseite sinnvoll ist, hängt von Branche, Zielgruppe und Wettbewerb ab. Einen guten Überblick dazu gibt der Artikel Was kostet eine Webseite 2026? – dort findest du auch eine ehrliche Einordnung, wann sich der Aufwand lohnt.
Wenn du beides aufbauen möchtest – ein gepflegtes Google-Profil und eine eigene Seite – schau dir gerne an, wie das für lokale Geschäfte in Heidelberg konkret aussehen kann: Webdesigner Heidelberg.
Häufige Fehler, die Zeit und Kunden kosten
Zum Abschluss eine kurze Liste der Fehler, die mir beim Durchgehen von Profilen Heidelberger Geschäfte immer wieder auffallen:
- Falscher Geschäftsname (Keywords eingebaut, Tippfehler, alte Bezeichnung)
- Keine Webseite verknüpft – oder eine veraltete Seite, die nicht mehr existiert
- Öffnungszeiten nie aktualisiert – Feiertage, Sommerferien, Betriebsferien fehlen
- Nur ein Foto – meistens das Logo, kein einziges Bild des Ladens
- Bewertungen unbeantwortet – auch negative bleiben kommentarlos stehen
- Falsche Hauptkategorie – zu generisch oder schlicht falsch
Jeder dieser Fehler kostet Vertrauen – und damit Kunden.
Du willst dein Google-Profil einrichten oder überarbeiten lassen, hast aber keine Zeit oder keine Lust, dich selbst durchzuklicken? Meld dich kurz bei mir – ich schaue mir an, was bei dir konkret fehlt, und wir besprechen, was sinnvoll ist.